Pressemitteilung 4.7.2007

Kaminsky: BeteiligungsHolding ist 2006 großen Schritt voran gekommen
Die BeteiligungsHolding Hanau GmbH, die Muttergesellschaft der städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe in der Brüder-Grimm-Stadt, hat im Geschäftsjahr 2006 „einen großen Schritt nach vorne getan“. So die Einschätzung von Oberbürgermeister Claus Kaminsky, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BHG, bei der jüngsten Bilanzpressekonferenz. Mit Blick auf die Zukunft ist er optimistisch, dass die BHG im Geschäftsjahr 2007 in ihrer Bilanz eine schwarze Null schreibt. Kaminsky erinnerte daran, dass das Geschäftsjahr 2005 für die BHG von den Verlusten der Hanauer Straßenbahn (HSB) geprägt war. Diesen „Tiefschlag“ von 21,4 Millionen Euro habe die Holding nur verkraftet, weil sie damals bereits „kerngesund“ gewesen sei, meinte der OB. Das Betriebsergebnis habe sich im Vergleich dazu 2006 um 18 Millionen Euro verbessert. „Mit unserer Holding-Aufstellung sind wir betriebswirtschaftlich und politisch im Vergleich zu anderen Städten ganz schön weit“, bilanzierte Kaminsky. Nach anfänglicher Kritik herrsche in der Hanauer Kommunalpolitik Konsens darüber, dass die BHG ein geeignetes Instrument sei, damit die Daseinsvorsorge in öffentlicher Hand bleiben könne. Dafür habe sie in den vergangenen drei Jahren fast 43 Millionen Euro erwirtschaftet. Dank des „Finanz-Know how“ der BHG sei es gelungen, dass die Unternehmung Stadt Hanau vom Herbst 2007 an mit der Martin-Luther-Stiftung zusammen erstmals Altenpflege in der ehemaligen Eberhardschule anbiete. „Das wäre ohne die BHG nicht möglich gewesen“, attestierte Kaminsky. Der BHG-Aufsichtsratsvorsitzende nannte es legitim, dass bürgerschaftliches Vermögen, welches die BHG verwalte, verzinst werden dürfe, um beispielweise die bei den Stadtwerken angesiedelten Schwimmbäder in Hanau zu sanieren. Denn umgekehrt herrsche auch breiter gesellschaftlicher Konsens darüber, dass Aktionärsvermögen verzinst werden dürften. Also müsse sich eine Kommune wir Hanau nicht rechtfertigen, wenn sie beispielsweise sechs Millionen Euro in die Sanierung des Heinrich-Fischer-Bads stecke. Hanau gehe aus Gründen der Daseinsvorsorge bewusst nicht den Weg anderer Städte und schließe Schwimmbäder. Dr. Ralf-Rainer Piesold, stellvertretender BHG-Aufsichtsratsvorsitzender und neuer Hanauer Wirtschaftsdezernent, sagte voraus, dass andere Kommunen dem Hanauer Holding-Modell folgen würden. Denn die Rahmenbedingungen beispielsweise durch mehr private Konkurrenz auf dem Klinikmarkt, durch EU-Bestimmungen und die Globalisierung überhaupt zwängen Kommunen zu betriebswirtschaftlichem Umdenken. Die BHG habe für die Stadtverordneten die Transparenz des wirtschaftlichen Handelns städtischer Betriebe erhöht, indem sie stets aktuelles Datenmaterial zur Verfügung stelle. So lasse sich besser politisch steuern. BHG-Geschäftsführer Michael Schweitzer hob in der Bilanzpressekonferenz hervor, dass die Holding neben der gewohnten finanziellen auch auf die soziale Rendite achte. Das heißt, dass sie mit ihrem wirtschaftlichen Wirken die kommunale Daseinsvorsorge erhalten und möglichst ausbauen wolle. Neben dem Beispiel des Altenhilfezentrums Bernhard Eberhard nannte er die rekommunalisierten Reinigungsdienste im städtischen Klinikum. Durch solches Handeln entstünden sichere Arbeitsplätze mit guter Altersversorgung. „Die BHG dient keinen anonymen Aktionären, sondern der Bürgerschaft“, stellte Schweitzer fest. Kaminsky dankte der BHG für ihr „außerordentliches Engagement“. Der Aufsichtsrat hatte die BHG-Geschäftsführung in der vergangenen Woche für das Geschäftsjahr 2006 entlastet.