Pressemitteilung 23.6.2009

Hanau hat Vorreiterrolle bei kommunalen Holding-Organisationen
„Was kommunale Holdingstrukturen und Beteiligungssteuerung angeht, ist Hanau vielen anderen Städten in Deutschland voraus.“ Diese Erkenntnis zieht Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Aufsichtsratsvorsitzender der BeteiligungsHolding Hanau GmbH (BHG), aus einer von der BHG in Auftrag gegebenen Studie. Darin vergleicht die anerkannte smm managementberatung GmbH (Düsseldorf) das kommunale Beteiligungsmanagement von 44 Städten in vier Größenklassen.
„Wir wollten wissen, wie Hanau im Vergleich mit anderen kommunalen Holding-Organisationen abschneidet“, so BHG-Geschäftsführer Michael Schweitzer. smm untersuchte Städte von der Größe Berlins und Hamburgs bis hin zu den „kleinsten“ mit Lüdenscheid und Marburg. Dabei kristallisierten sich vier unterschiedliche Holdingformen heraus, je nachdem wie ausgeprägt die strategische Steuerung von Tochtergesellschaften, das eigene operative Geschäft und die personelle Verflechtung im Binnenverhältnis der Gesellschaften sind.
Die BHG gehört demnach zum Typus „Führungsholding“. Dieser ist dadurch charakterisiert, dass er ohne eigenes operatives Geschäft die Tochtergesellschaften führt. Zu den Führungsaufgaben zählt, die strategischen Geschäftsfelder festzulegen, Führungspositionen zu besetzen und den Kapitalfluss innerhalb der Gruppe zu steuern.
Die BHG hat im Unterschied zu fast allen untersuchten Städten mit Holdingstruktur eine von den Töchtern unabhängige Geschäftsführung. Eine Personalunion zwischen der Holding und wesentlichen Beteiligungsgesellschaften solle weitgehend vermieden werden, so Schweitzer, damit sich die Geschäftsführer nicht selbst kontrollierten.
„Die Umfrage zeigt, dass Hanau mit dem Gedanken der Unternehmung Stadt weiter ist als andere vergleichbare Städte“, kommentiert Schweitzer. Denn die BHG kümmere sich nicht nur darum, die Beteiligungen zu steuern, sondern schöpfe beispielsweise bei der IT oder im Einkauf auch Synergien. Durch das Bündeln solcher Aufgaben von Beteiligungen und Stadtverwaltung, also im gesamten „Unternehmen Stadt“ ließen sich auf Dauer Kosten mindern, indem „Parallelstrukturen“ abgebaut würden.
Insbesondere bei der Frage nach der weiteren Ausrichtung der jeweiligen städtischen Holding belegt die Umfrage, dass Hanau eine Vorreiterrolle einnimmt. „In Hanau sind viele Dinge schon umgesetzt oder sehr weit fortgeschritten, die in Vergleichsfällen erst auf der Wunschliste stehen“, bemerkt Dr. Klaus Neuhäuser, Partner der smm managementberatung GmbH, Düsseldorf. Das gilt nicht nur für die Zielsetzung andernorts, zunehmend zentrale Dienstleistungen zu etablieren. Vielmehr gilt das Optimierungsbestreben in anderen Städten auch einheitlichen Standards bei Rechnungswesen, Personal und Organisation sowie sogenannten Corporate Compliance Richtlinien, die Hanau mit seinen Konzernrichtlinien vor fünf Jahren schon sehr früh umgesetzt hat. Dazu gehören beispielsweise Standards in Planung, Berichtswesen und Risikomanagement sowie bei der Korruptionsprävention.
„Was die BHG in Hanau bewerkstelligt, findet in der Fachwelt Beachtung“, weiß Schweitzer aus Erfahrung. Daher plant die BHG eine Tagung, bei der die Vertreter deutscher Städte ihre Erfahrungen mit kommunalen Holdingstrukturen austauschen können.