Bilanz 2016: Wechselspiel zwischen Gewinnrückgang bei Stadtwerken und -zuwachs bei anderen Gesellschaften

Die BeteiligungsHolding Hanau (BHG), Mutter der städtischen Gesellschaften in der Brüder-Grimm-Stadt, hat das Geschäftsjahr 2016 mit einem Verlust von 2,4 Millionen Euro abgeschlossen. Sie hat damit aus Sicht von Oberbürgermeister Claus Kaminsky „ein besseres Ergebnis als zunächst befürchtet“ erzielt. „Ohne den Ergebnisrückgang der Stadtwerke, der aus dem sonst üblichen Rahmen fiel, hätte die BHG ihr Ergebnis von 2015 weiter verbessern können“, ist Aufsichtsratsvorsitzender Kaminsky überzeugt. – 2015 hatte die BHG ihren Verlust auf 1,2 Millionen Euro drücken können. – Das 2016 gestiegene Defizit sei aufgrund der „außergewöhnlichen Herausforderung“ bei den Stadtwerken insofern als „Ausnahme“ zu betrachten.
Ein ähnliches Ergebnis wie 2015 erwarten Kaminsky und BHG-Geschäftsführer Ewald Desch für 2017. Der OB geht für das laufende Geschäftsjahr davon aus, dass die BHG das Vorjahrs-Defizit halbieren könne. Das würde bedeuten, dass die BeteiligungsHolding ihr Eigenkapital wieder leicht stärken könne dank der 1,5 Millionen Euro, welche die Stadt ihr jährlich zuführe, um den Betrieb der Bäder und der Hanauer Straßenbahn (HSB) zu sichern.
Der Gewinnrückgang der Stadtwerke von 7,5 Millionen Euro 2015 auf 4,7 Millionen Euro im Vorjahr rührt von Verlusten aus dem Geschäft mit einem Großkunden her. Daher musste der städtische Energieversorger in seiner Bilanz Rückstellungen bilden. OB Kaminsky bezeichnet den Umstand als „hoch ärgerlichen Wirkungstreffer, der aber weder die Stadtwerke noch die BeteiligungsHolding umhaut“. Die BHG verkrafte das dank ihres Eigenkapitals von fast 34 Millionen Euro.
„Unabhängig von diesem schmerzhaften Einmaleffekt“ hebt der BHG-Aufsichtsratsvorsitzende hervor, dass andere städtische Gesellschaften „stabil auf Erfolgskurs“ seien. So stieg das Ist-Ergebnis der Baugesellschaft 2016 auf 960.000 Euro im Vergleich zu 903.000 Euro im Jahr zuvor. Die Hanau Hafen GmbH erzielte mit 782.000 Euro Gewinn eine neue Höchstmarke. Der Gewinn der Parkhausgesellschaft lag 2016 bei 310.000 Euro – und damit um 63.000 Euro unter der Bilanz für 2015. Die Hanau Energiedienstleistungen und –managementgesellschaft verbuchte ein Plus von 243.000 Euro.
Ihr bestes Ergebnis seit langem konnte auch die Hanauer Straßenbahn (HSB) verzeichnen; ihr Zuschussbedarf verringerte sich 2016 auf 3,8 Millionen Euro. Andererseits wuchs das Defizit der Bäder-Gesellschaft auf 3,2 Millionen Euro an. Beide Gesellschaften profitieren von der Systematik des steuerlichen Querverbundes, der im Rahmen der BHG möglich ist. „Glücklicherweise haben wir diesen Defizit-Ausgleichsmechanismus, aber die Bäder müssen wieder unter die Grenze von drei Millionen Euro kommen“, gibt der OB das Ziel für 2017 aus.
„Erfreuliche Entwicklungen“ sieht Kaminsky auf dem Gesundheitssektor. So sei das Jahr 2016 für das Klinikum Hanau das erfolgreichste Jahr in seiner jüngeren Geschichte gewesen mit 258.000 Euro Plus. Darüber hinaus erwirtschaftete auch das Medizinische Versorgungszentrum einen Gewinn in Höhe von 179.000 Euro.
„Die BHG ist ein Nukleus für die Daseinsvorsorge in Hanau“, unterstreicht Kaminsky. Und was Daseinsvorsorge bedeute, habe das Bundesverfassungsgericht treffend als all diejenigen Leistungen des Staats definiert, „derer der Bürger zur Sicherung einer menschenwürdigen Existenz unumgänglich bedarf“. Das zeige, wie bedeutsam die städtischen Gesellschaften für die Menschen in Hanau seien.
Natürlich sei die ökonomische Stabilität die wichtigste Voraussetzung für eine umfassende Daseinsvorsorge, fußend auf geschickter finanztechnischer Steuerung. Das gewährleiste die BHG mit ihrem Geschäftsführer „dauerhaft verlässlich“.

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Geschäftsbericht und Finanzdaten der BeteiligungsHolding Hanau sind im Internet unter http://www.bhg-hanau.de/finanz/index.html einsehbar. Im Geschäftsbericht ist unter anderem ein Interview mit Klinik-Geschäftsführer Volkmar Bölke zu lesen, der im April 2016 die Spitze des städtischen Krankenhauses übernahm.


Hanau, den 30. Juni 2017 / jh