Bilanz 2017: Städtische Gesellschaften auf wirtschaftlich stabilem Kurs – Bestes Ergebnis der BHG-Geschichte

Die BeteiligungsHolding Hanau (BHG), Mutter der städtischen Gesellschaften in der Brüder-Grimm-Stadt, hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem Verlust von 942.000 Euro abgeschlossen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky sieht in dem besten Jahresergebnis seit der BHG-Gründung „ein weiteres Indiz für die aufwärts gehende gesamtstädtischen Finanzlage“. – Die Stadtkasse schloss 2017 mit einem Überschuss von 13,2 Millionen Euro ab. – Demgegenüber trage der seit 2014 fließende städtische Kapitalzuschuss von 1,5 Millionen Euro pro Jahr zum Substanzerhalt der defizitären Bäder und der HSB bei. Er lasse zugleich die Eigenkapitalquote der BHG von 31 Prozent im Jahr 2016 auf 32,8 Prozent im Jahr 2017 steigen. Die Eigenkapitalquote erreicht zum Jahresende 2018 sogar etwa 54 Prozent, da die Stadt Hanau bis dahin 25 Millionen Euro in das Stammkapital der Gesellschaft eingelegt haben wird. Aus Sicht von BHG-Geschäftsführer Ewald Desch ist damit „für eine starke finanzwirtschaftliche Basis der solide wirtschaftenden städtischen Gesellschaften gesorgt“.
BHG-Aufsichtsratsvorsitzender Kaminsky sieht im BHG-Ergebnis „eine Größenordnung, die es in der Bilanz dauerhaft anzustreben gilt“. Dazu trage schon im Geschäftsjahr 2017 entscheidend bei, dass die städtischen Gesellschaften vom Bevölkerungswachstum in Hanau ihren Nutzen hätten. Kaminsky weiter: „Bei 10.000 Kundinnen und Kunden mehr seit 2010 lässt sich das Geschäft entsprechend ausweiten.“ Und er nennt konkrete Beispiele: Die Stadtwerke verzeichneten im vorigen Jahr sechs Prozent mehr Wärmeabsatz, und die HSB steigerte ihre Fahrgastzahl auf mehr als 12 Millionen.
Die BeteiligungsHolding Hanau hatte ihr Defizit über die Jahre kontinuierlich bis auf 1,2 Millionen Euro Verlust 2015 drücken können, ehe der Ergebnisrückgang der Stadtwerke als BHG-Tochter 2016 zu einem Anstieg auf minus 2,4 Millionen Euro führte. Im Geschäftsjahr 2017 haben die Stadtwerke Hanau nun mit einem Gewinn von 6 Millionen Euro ein Plus von 1,3 Millionen Euro erzielt im Vergleich zum Vorjahr. Für 2018 rechnet Kaminsky mit einer „weiteren Erholung und damit einer nachhaltigen Stabilisierung der Holding-Bilanz“.
Zum respektablen Jahresergebnis trug entscheidend auch die Bauprojekt Hanau Baubetreuungs- und Entwicklungsgesellschaft bei. Dank eines 2017 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrags flossen knapp 1,7 Millionen Euro von der Baupro in die Konzernkasse. Bei diesem Einmaleffekt profitierten Baupro und Holding vom Gewinn, der durch Kauf und Weiterverkauf des Pioneer-Geländes an die Landesentwicklungsgesellschaft Hessen (LEG) erzielt wurde. An der LEG hält die Baupro eine Minderheitenbeteiligung, Partner sind die Norddeutsche Grundstückentwicklungsgesellschaft und die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft.
„Weiter stabil auf Erfolgskurs“ ist nach den Worten von Kaminsky die Baugesellschaft mit einem Gewinn von einer Million Euro. Das städtische Wohnungswirtschaftsunternehmen legt seit Jahren gleichmäßig zu. „An der Heinrich-Bott-Straße wird hervorragende Arbeit für die Stadtentwicklung geleistet“, betont der OB.
„Verlässlich erfolgreich“ habe sich auch die Hafengesellschaft entwickelt. Sie erzielte 2017 einen Gewinn von 847.000 Euro – ein Spitzenwert in den vergangenen Geschäftsjahren. „Unser Mainhafen ist für den Wirtschaftsstandort Hanau ein bedeutender Wachstumsfaktor“, sagt der Aufsichtsratsvorsitze.
Zufriedenstellend sei die Entwicklung der Parkhausgesellschaft. Mit 309.000 Euro wiederholte sie 2017 die Gewinnhöhe des Vorjahres. Das entspricht zugleich dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Auf einem „sehr vielversprechenden Weg“ sieht Kaminsky das Klinikum Hanau. Mit 1,2 Millionen Euro stieg das Plus um eine Million im Vergleich zu 2016 und lag deutlich über dem geplanten Ergebnis einer roten Null. Ein weiterer Anhaltspunkt für das stetige Wachstum des Klinikums sieht Kaminsky darin, dass das Krankenhaus 2017 erstmals die städtische Gesellschaft mit den höchsten Außenumsätzen war, also ohne Geschäftsbeziehungen innerhalb des Stadtkonzerns.
Ihr Ergebnis stabilisiert hat die Hanauer Straßenbahn (HSB). Mit knapp 3,9 Millionen Euro Verlusten ist es fast identisch mit dem aus 2016. In den Jahren zuvor hatte es meist über vier Millionen Euro gelegen.
Das Defizit der Bäder-Gesellschaft stieg leicht von 3,2 Millionen auf 3,3 Millionen Euro. HSB und Bäder profitieren von der Systematik des steuerlichen Querverbundes, der im Rahmen der BHG möglich ist. „Der Defizit-Ausgleichsmechanismus ist hilfreich, dennoch muss das Bäderergebnis wieder besser werden“, sagt Kaminsky.
Das Anlagevermögen des Konzerns beträgt 462 Millionen Euro, die Investitionssumme der Gesellschaften erreichte im Geschäftsjahr 2017 rund 31 Millionen Euro. Die Bankverbindlichkeiten des Konzerns sind im gleichen Zeitraum um 5 auf 300 Millionen Euro gesunken. Für knapp 2100 Beschäftigte wendeten die städtischen Gesellschaften 2017 rund 139 Millionen Euro Personalkosten auf. „Damit wird die Nachfrage in Hanau und Umgebung angekurbelt“, meint Desch.
BHG-Aufsichtsratsvorsitzender Kaminsky sieht im Rückblick auf 2017 „insgesamt eines der besseren Jahre für die Wirtschaftslage der Stadt Hanau, ohne dass wir unsere Angebote für Bürgerinnen und Bürger zurückgefahren haben“. Für 2018 erwartet er ein ähnliches Ergebnis in der BHG-Bilanz wie 2017.

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Geschäftsbericht und Finanzdaten der BeteiligungsHolding Hanau sind im Internet unter

Geschäftsberichte

einsehbar. Im Geschäftsbericht ist unter anderem ein Interview mit HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte zu lesen, der 2017 die Leitung des Nahverkehrsunternehmens übernahm.